Wanderung auf den Splitt Hill

Der Splitt Hill, auch als Morgan’s Ass bekannt, ragt mit über 140 Metern Höhe über unsere Ankerbucht. Bevor am kommenden Wochenende die vorhergesagten starken Winde einsetzen, nutzten wir den heutigen Nachmittag noch einmal für eine Wanderung zu diesem Aussichtspunkt.

Von der Anlegestelle aus folgten wir zunächst der Straße in südwestlicher Richtung.

Dank der Aufzeichnungen von Jan (SY-Sutje), der diese Wanderung im vergangenen Jahr gemacht hatte, wussten wir ungefähr, wo wir von der Straße abbiegen mussten. Doch bereits nach wenigen Metern endete unser Weg an einem Privatgrundstück mit freilaufendem Hund. Am Nachbarhaus schlug zusätzlich ein Bewegungsmelder Alarm – also kehrten wir um.

Zurück bei den ersten Häusern nahe der Straße wurden wir von den Anwohnern gefragt, wohin wir wollten. Sie bestätigten uns, dass wir auf dem richtigen Weg seien. Einer der Nachbarn zog sich kurzerhand seine Stiefel an und bot an, uns den weiteren Verlauf des Wegs zu zeigen. Es stellte sich heraus, dass der Pfad zum Splitt Hill genau entlang der Grundstücksgrenze zwischen den zwei Häusern führte.

Unser Begleiter entschied sich schließlich, uns den gesamten Weg bis zum Gipfel zu begleiten. Der Pfad führte meist schattenlos und ziemlich steil bergauf. Vor den Büschen mit den überdimensional großen Dornen warnte uns unser Führer: Diese Dornen sind hohl und beherbergen aggressive Feuerameisen, deren Bisse äußerst schmerzhaft sind.

Erst im mittleren Abschnitt gab es einige schattige Passagen, die unter und durch dichtes, überwachsenes Buschwerk führten.

Der letzte Anstieg zum Gipfel war vollkommen baum- und schattenlos. Doch oben angekommen, wurden wir von einer erfrischenden Brise empfangen – und plötzlich erschien uns die Sonne gar nicht mehr so gnadenlos.

Während wir den Panoramablick genossen, erzählte uns unser Begleiter von seiner Ziegenherde. Einst umfasste sie 21 Tiere, die hier an diesem Berg frei lebten. Doch inzwischen gibt es nur noch eine einzige Ziege – die anderen wurden offenbar von Wildhunden gerissen. Trotzdem gibt er nicht auf: Er plant bereits, eine neue Herde aufzubauen.

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Der anstrengende Aufstieg wurde durch einen spektakulären Rundblick belohnt. Nur der Blick nach Süden blieb uns durch die noch höheren Berge verwehrt. In alle anderen Richtungen – von Südosten mit dem Flughafen über Osten mit Crab Island bis zu den nördlichen Riffen und unserem Ankerplatz im Nordwesten – erstreckte sich das Karibische Meer bis zum Horizont.

Der Rückweg war weit weniger beschwerlich, da die Sonne nun schon tiefer stand und die Hitze nachließ. Lediglich die steilen, grasbewachsenen Abschnitte erwiesen sich als tückisch, da sie sehr rutschig waren.

Unserem Führer wollten wir natürlich ein Trinkgeld geben – doch er lehnte es zunächst ab. Erst mit dem Hinweis, dass es ein Grundstock für seine neue Ziegenherde sein könnte, nahm er es schließlich dankend an.

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